Rechtsanwältin Christine Frey

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Hund und Rechtsschutzversicherung

Ist es notwendig als Hundehalter eine Rechtsschutzversicherung zu haben?
Diese Frage höre ich häufiger von Mandanten. Notwendig ist eine Rechtsschutzversicherung nicht. Dennoch halte ich sie für sinnvoll.

Eine Rechtsschutzversicherung speziell für seinen Hund wird zwar am Markt angeboten, ist aber nicht erforderlich, wenn man bereits eine „normale" Rechtsschutzversicherung hat.
Haben Sie bereits eine Versicherung, sollten Sie gleichwohl Ihren Vertrag dahingehend überprüfen, ob dieser bezüglich des Hundes gegebenenfalls angepasst werden müsste.

Hierfür sollte man sich vor Augen führen, in welchen Bereichen ein Rechtsschutzfall eintreten kann. Nachfolgend möchte ich Sie auf die wichtigsten Fälle aufmerksam machen:

  • Bei Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Kauf eines Hundes oder Tierarztbesuchen unterliegen diese i.d.R. dem Vertragsrecht.
  • Halten Sie ihren Hund in einer Wohnung bzw. Mietshaus? Dann gehört dies zum Mietrecht.
    Aber Achtung, der Versicherungsfall gilt i.d.R. zu dem Zeitpunkt als eingetreten, als das Tier angeschafft wurde.
Gab es einen Hundebeissvorfall, stellt sich zunächst die Frage, ob Ihr Hund und/oder Sie selbst gebissen wurden oder Ihr Hund gebissen hat?

Ist Ihr Hund verletzt worden, so können Sie die Tierarztkosten ersetzt verlangen. Erlitten Sie selbst durch einen Hundebiss Verletzungen, können je
nach Fallgestaltung diverse Ersatzansprüche und Schmerzensgeld fordern. Diese Ansprüche unterliegen dem Schadensersatzrecht.

Hat Ihr Hund einen Hund oder gar Menschen gebissen, kann die Sache schon komplizierter werden.
Im schlechtesten Fall entstehen drei rechtliche Angelegenheiten:
  • Im Bereich des Zivilrechts hat der Geschädigte Ansprüche aus Tierhalterhaftung. Wir sind also wieder im Schadensersatzrecht. Hierzu weise ich darauf hin, dass die Abwehr von Schadenersatzansprüchen von keiner Rechtsschutzversicherung gedeckt wird. Sofern Sie über eine Tierhafterhaltpflichtversicherung verfügen (Achtung: In Berlin Pflicht !), sind Sie indirekt über Ihre Tierhafterhaftplichtversicherung bzgl. der Abwehr der Schadenersatzansprüche versichert. Ihre Tierhalterhaftpflichtversicherung beauftragt i.d.R. in einem etwaigen Klageverfahren auch einen Anwalt für Sie. Sofern Sie eine Beauftragung von Frau Rechtsanwältin Christine Frey wünschen, können Sie mich Ihrer Tierhalterhaftpflichtversicherung gerne vorschlagen.
  • Wurde ein Mensch verletzt, könnte ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung auf Sie zukommen, sofern Strafantrag gestellt wurde oder die Staatsanwaltschaft das besondere öffentliche Interesse bejaht. Ist im schlimmsten Fall ein Mensch zu Tode gekommen, dann wird gegen Sie ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung höchstwahrscheinlich eingeleitet. In beiden Fällen sollten Sie schauen, ob Sie laut Ihrem Vertrag im Bereich des Strafrechts versichert sind.
  • Wenn das Veterinäramt/Ordnungsamt von einem Hundebeissvorfall Kenntnis erlangt, überprüft dieses den Sachverhalt und kann etwaige Auflagen erlassen (z.B. Leinen- und Maulkorbzwang). Gegen einen solchen Bescheid, können Sie ein Rechtsmittel einlegen. Hierbei befinden Sie sich im Verwaltungsrecht. Daher schauen Sie genau, ob ordnungsbehördliche Maßnahmen von Ihrem Rechtsschutzvertrag mit abgesichert sind. Häufig sind diese nicht mitversichert, gelten erst ab dem verwaltungsrechtlichen Gerichtsverfahren oder es besteht lediglich Schutz bei ordnungsbehördlichen Maßnahmen im Bereich des Verkehrsrechts.